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Was die Kosten eines SaaS-MVP bestimmt: was Sie bauen und was Sie einkaufen

Für Gründer, die eine erste Version planen: was die Kosten bestimmt, was Sie besser einkaufen als bauen und was warten kann.

MVPsPredivoZuletzt aktualisiert am

Ein SaaS-MVP ist die erste funktionierende Version einer Software, die im Abo verkauft wird: genug, um herauszufinden, ob Ihre Idee trägt, bevor alles gebaut ist. Was es kostet, hängt davon ab, was diese erste Version können muss und was Sie selbst bauen und was Sie einkaufen. Dieser Beitrag zeigt, was die Kosten bestimmt, was Sie bauen und was Sie einkaufen sollten und was in der Schweiz anders ist.

Was bestimmt die Kosten eines SaaS-MVP?

Was die erste Version können muss und wie sie gebaut wird. Jede Aufgabe, die ein Nutzer erledigen kann, braucht ihre Ansichten, ihre Daten, ihre Regeln und ihre Tests. Die Zahl der Aufgaben, die Arten von Nutzern und die Anbindungen an andere Software bestimmen also den Umfang der Arbeit. Wie viel ganz neu gestaltet wird und was Sie einkaufen statt bauen, entscheidet den Rest.

  • Die Annahme, die Sie prüfen. Eine erste Version braucht nur, was es zum Prüfen Ihrer riskantesten Annahme braucht. Wenn Ihre Idee ist, dass Handwerksbetriebe ihre Offerten aus Ihrem Tool verschicken, braucht die erste Version die Offerte, den Versand und eine Möglichkeit zu sehen, ob die Kunden annehmen, nicht den Jahresbericht. Unser Beitrag darüber, was in ein MVP gehört, zeigt, wie Sie auswählen.
  • Arten von Nutzern. Ein Produkt, in dem jede Kundenfirma nur ihre eigenen Daten sieht, mit Administratoren und normalen Nutzern, macht mehr Arbeit als eines mit nur einer Art von Nutzern.
  • Abos und Zahlungen. Monatsabos, Rechnungen, fehlgeschlagene Kartenzahlungen und Kündigungen brauchen je eigene Ansichten, Regeln und Tests. Wenn sich Ihre Annahme nicht darum dreht, ob die Leute zahlen, können Zahlungen warten.
  • Anbindungen. Jede Verbindung zu anderer Software, etwa zu einer Buchhaltung oder einem Kalender, muss gebaut und getestet werden, und sie muss weiter funktionieren, wenn sich die Gegenseite ändert.
  • Design. Ansichten aus bewährten Bausteinen machen weniger Arbeit als ein Design, das ganz neu entsteht.
  • Sprachen. Jede zusätzliche Sprache bringt ihre Texte in jede Ansicht und jede E-Mail. Wer mit einer beginnt und so baut, dass weitere dazukommen können, hält die erste Version kleiner.
  • Tests. Tests, die die Software von Anfang bis Ende so bedienen, wie es ein Mensch tut, gehören zur Arbeit. Auch eine kleine erste Version muss zuverlässig funktionieren, hier lohnt sich das Sparen also nicht.

Diese Faktoren gelten für jede Individualsoftware. Unser Beitrag darüber, was die Kosten von Individualsoftware bestimmt, erklärt sie genauer und zeigt, wie Sie zwei Offerten vergleichen.

Bei uns erhält eine erste Version einen Festpreis in einer schriftlichen Offerte, sobald schriftlich festgehalten ist, was sie können muss. Gebaut wird erst, wenn Sie zustimmen, und jede Änderung über den vereinbarten Umfang hinaus wird offeriert, bevor sie gebaut wird. MVP-Entwicklung zeigt, wie wir eine erste Version bauen.

Welche Technik: was bauen, was einkaufen?

Bauen Sie, was Ihr Produkt besonders macht, und kaufen Sie den Rest ein. Anmeldung, Zahlungen, E-Mail-Versand und der Betrieb einer Datenbank sind Aufgaben, die bewährte Dienste bereits lösen. Die gesparte Zeit fliesst in den Teil, für den Ihre Kunden kommen.

React, Supabase und Stripe gehören zu den Werkzeugen, mit denen wir bauen, darum dienen sie hier als Beispiele:

  • Die Ansichten: React. Die Entwickler beschreiben es als Bibliothek für Web- und native Benutzeroberflächen. Es ist unter der MIT-Lizenz frei nutzbar.
  • Die Datenbank und die Anmeldung: Supabase. Es bietet eine vollständige Postgres-Datenbank für jedes Projekt, die Anmeldung mit Passwort, ohne Passwort oder über ein anderes Konto sowie Speicher für Dateien.
  • Zahlungen: Stripe. Es nimmt Kartenzahlungen in Schweizer Franken entgegen, neben anderen Währungen.
  • E-Mail und Auswertungen. Nutzen Sie einen Dienst statt eines eigenen Mailservers oder eigenen Tracking-Codes.

Was Sie bauen, ist der Rest: der Ablauf, die Regeln und die Ansichten, die Ihr Produkt besonders machen. Auch eingekaufte Teile müssen getestet werden, darum testen Sie das ganze Produkt von Anfang bis Ende, Anmeldung und Zahlung eingeschlossen.

Wofür bezahlen Sie nach dem Livegang?

Nach dem Livegang bezahlt ein SaaS-Produkt die Dienste, auf denen es aufbaut, etwa einen Datenbankdienst, der nach Abo und Nutzung abgerechnet wird, und eine Gebühr auf jede Kartenzahlung. Die Software aktuell zu halten und zu prüfen, kostet zusätzlich, und unser Beitrag über die Wartung von Software nach dem Livegang erklärt, was diese Kosten bestimmt.

Was ist in der Schweiz anders?

Drei Dinge gehören von Anfang an in die Planung: der Datenschutz, die Sprachen Ihrer Nutzer und die Mehrwertsteuer, sobald Ihr Umsatz wächst. Beim Datenschutz verlangt das Gesetz genau das. Bei Sprachen und Mehrwertsteuer heisst es, das Produkt so zu bauen, dass sie sich ergänzen lassen, wenn Sie sie brauchen.

Datenschutz

Das revidierte Datenschutzgesetz gilt seit dem 1. September 2023. Es verlangt von allen, die Personendaten bearbeiten, den Datenschutz «ab der Planung» einzubauen (Art. 7). Betroffene müssen informiert werden, wenn ihre Personendaten beschafft werden (Art. 19). Personendaten dürfen nur in Staaten bekanntgegeben werden, deren Schutz der Bundesrat als angemessen beurteilt hat, oder mit anderen Garantien, etwa genehmigten Vertragsklauseln (Art. 16). Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zählt auch die Speicherung auf Systemen im Ausland, eine Cloud eingeschlossen, zu einer solchen Bekanntgabe. Wo Ihre Daten liegen, ist darum schon ein Entscheid für die erste Version.

Sprachen

Die Schweiz hat vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch (Bundesverfassung, Art. 4). Welche davon Ihr Produkt braucht, hängt davon ab, wo Ihre ersten Nutzer sind. Eine erste Version kann mit einer beginnen, solange sie so gebaut ist, dass weitere dazukommen können.

Mehrwertsteuer

Ein Schweizer Unternehmen wird mehrwertsteuerpflichtig, sobald sein Umsatz aus steuerbaren Leistungen im In- und Ausland CHF 100'000.00 im Jahr erreicht (Mehrwertsteuergesetz, Art. 10). Der Normalsatz beträgt 8,1 % (Art. 25). Preise und Rechnungen sollten die Mehrwertsteuer spätestens dann ausweisen können, wenn Sie diese Grenze erreichen.

Quellen

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